Erkundung einer Bodenplatte
Einkaufszentrum Mattersburg
Vor dem Umbau eines leerstehenden Geschäftslokals war zu klären, ob die bestehende Bodenplatte die künftigen Nutzlasten aufnehmen kann. Die inGeo GmbH führte gemeinsam mit der ReGeBe ZT GmbH Rammsondierungen und dynamische Lastplattenversuche durch – vollständig im Innenraum, durch die geöffnete Platte.
Projektdaten
ReGeBe ZT GmbH
gemeinsame Durchführung
Rammsondierungen DPH,
dynamische Lastplattenversuche,
Koordination der Erkundung
Erkundung im Bestand,
Innenraum, Kleingerät
Einkaufszentrum
7210 Mattersburg
2,5 Wochen
von Beauftragung bis Durchführung

Erkundung im Bestand statt auf der grünen Wiese
Bei einem Neubau liegt der Baugrund offen. Im Bestand liegt er unter einer Bodenplatte, über die seit Jahren Betrieb läuft – und über deren Unterbau es selten belastbare Unterlagen gibt. Genau das war hier die Ausgangslage.
Die Erkundung musste deshalb durch die geöffnete Bodenplatte erfolgen, im Innenraum, bei begrenzter Durchfahrtshöhe und ohne die angrenzenden Flächen zu beeinträchtigen.
- Öffnen der Bodenplatte an den Sondierpunkten
- Rammsondierung DPH mit Kleingerät durch die Öffnung
- Dynamischer Lastplattenversuch auf der Rollierung
- Aufnahme des tatsächlichen Bodenaufbaus
- Koordination der Erkundung vor Ort

Tragfähige Rollierung, lockerer Untergrund
Der Befund war zweigeteilt. Auf der Rollierung unmittelbar unter der Bodenplatte ergab der dynamische Lastplattenversuch einen Verformungsmodul Evd über 30 MN/m² – ein unauffälliger, tragfähiger Wert.
Die Rammsondierung darunter zeichnete ein anderes Bild: maximal fünf Schläge je 10 cm Eindringung über die gesamte sondierte Tiefe. Das entspricht einer lockeren Lagerung.
Für die bisherige Nutzung war das ohne Bedeutung. Sobald jedoch punktuelle Lasten eingeleitet werden – Regalanlagen, Zwischenwände, Haustechnik – oder Staplerverkehr über die Fläche geht, ändert sich die Fragestellung. Staplerlasten wirken dynamisch und wiederholt; über locker gelagertem Untergrund können daraus fortschreitende Setzungen entstehen, die eine einmalige statische Belastung nicht erkennen ließe.
Die ermittelten Kennwerte bilden die Grundlage für den statischen Nachweis, den die ReGeBe ZT GmbH auf dieser Basis führt.

Was unter der Platte wirklich liegt
Die Öffnung legte den tatsächlichen Schichtaufbau frei – Bodenplatte, darunter eine Dämmlage, darunter die Rollierung und der gewachsene Untergrund. Erst diese Abfolge erlaubt eine belastbare Beurteilung: Ohne sie bleibt jede Aussage zur Tragfähigkeit eine Annahme.
Ergänzend wurden – veranlasst durch die ReGeBe ZT GmbH – Bohrkerne aus der Bodenplatte zur Bestimmung der Betondruckfestigkeit entnommen. Damit lagen am Ende alle drei Ebenen belastbar vor: die Festigkeit der Platte selbst, die Tragfähigkeit der Rollierung darunter und die Lagerungsdichte des gewachsenen Untergrunds. Für einen statischen Nachweis im Bestand sind genau diese drei Kennwerte die Grundlage – fehlt einer davon, bleibt die Rechnung eine Abschätzung.
Genau darin liegt der Wert einer Erkundung vor dem Umbau. Wer erst beim Aufstemmen erfährt, womit er es zu tun hat, verhandelt über Nachträge statt über Termine.
Von der Beauftragung bis zur Durchführung vor Ort vergingen zweieinhalb Wochen – inklusive Abstimmung der Sondierpunkte, Terminkoordination mit allen Beteiligten und Organisation der Zutritte im laufenden Betrieb des Centers. Bei Umbauten ist der Terminrahmen meist das knappere Gut als das Budget.
Die inGeo GmbH führt Rammsondierungen und Rammkernsondierungen sowie statische und dynamische Lastplattenversuche in Wien, Niederösterreich und im Burgenland durch – auch unter beengten Verhältnissen im Bestand. Die Aufgabenteilung in diesem Projekt: inGeo erhob die Bodenkennwerte und koordinierte die Erkundung vor Ort, die ReGeBe ZT GmbH veranlasste die Bohrkernentnahme und führt darauf aufbauend den statischen Nachweis.
Ingenieurbüro und planender Brunnenmeister.
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