Erdwärmesonde Obere Alte Donau Wien – geologische Einordnung – inGeo GmbH
Referenz · Erdwärme & Wasserrecht

Erdwärmesonde
Obere Alte Donau, Wien

Für eine Badehütte am Ufer der Oberen Alten Donau erstellte die inGeo GmbH im Auftrag der Greibich Brunnenbau GmbH die vollständigen Unterlagen für die wasserrechtliche Anzeige nach § 31c WRG einer 120 m tiefen Erdwärmesonde – von der Heizlastberechnung über die Sondenbemessung bis zum Nachweis des Grundwasserschutzes.

Projektdaten

Auftraggeber

Greibich Brunnenbau GmbH
Ausführung der Bohrarbeiten

Leistung

Planverfassung &
wasserrechtliche Anzeige

Verfahren

§ 31c WRG 1959
MA 22 – Umweltschutz

Standort

Obere Alte Donau
1210 Wien

Geologische Einordnung Erdwärmesonde Wien 21 – inGeo GmbH
Wasserrechtliche Anzeige

Auflagen als Projektsbestandteil

Erdwärme-Tiefsonden werden in Wien im Regelfall im Anzeigeverfahren nach § 31c WRG abgewickelt. Anders als im Bewilligungsverfahren kann die Behörde dabei keine Auflagen vorschreiben. Sämtliche Anforderungen an Bohrung, Verpressung und Aquiferschutz mussten deshalb bereits als verbindliche Projektsbestandteile in die Einreichunterlagen eingearbeitet werden. Grundlage waren das Merkblatt der MA 45 in der Fassung Juli 2026 sowie das ÖWAV-Regelblatt 207 als Stand der Technik.

  • Recherche in Baugrundkataster, Wasserbuch und Erdwärmepotenzialkataster
  • Geologisch-hydrogeologische Standortcharakteristik
  • Technischer Bericht, Lageplan und Detailplan Sondenschnitt
  • Einarbeitung sämtlicher Auflagen als Projektsbestandteile
  • Einbringung der Anzeige bei der MA 22 – Umweltschutz
Thermische Kennwerte des Untergrundes – Erdwärmesonde Alte Donau
Bemessung

Sondenauslegung nach SIA 384/6

Das ÖWAV-Regelblatt 207 lässt die verbreiteten Tabellenwerte nach VDI 4640 nur zu, wenn keine konkreten Kenntnisse zur Wärmeleitfähigkeit am Standort vorliegen. Da mit 1,97 und 1,99 W/(m·K) zwei unabhängige standortbezogene Werte verfügbar waren, erfolgte die Bemessung nach der Schweizer Norm SIA 384/6.

Mit 120 m Sondenlänge wird die rechnerisch erforderliche Länge bewusst um mehr als das Doppelte überschritten. Die tatsächliche Entzugsleistung sinkt damit auf rund 16 W je Laufmeter – weit unter dem standortbezogenen Richtwert von 36,5 W/lfm. Eine thermische Übernutzung des Untergrundes ist damit ausgeschlossen.

  • Heizlastberechnung nach ÖNORM EN 12831 und H 7500
  • Gebäudeheizlast rd. 1,8 kW, Auslegungsleistung 2,4 kW
  • Doppel-U-Sonde DN 32, Bohrdurchmesser 152 mm
  • Mittlere Soletemperatur ≥ −1,5 °C gemäß ÖWAV-Regelblatt 207
  • Bauaustrocknung über Elektro-Zusatzheizung statt über den Untergrund
Schichtenprofil Donauschotter mit Sondenausbau – Erdwärmesonde Wien 21
Grundwasserschutz

Trennung der Grundwasserstockwerke

Die Bohrung durchörtert den quartären Donauschotter – einen rund 9 m mächtigen Porengrundwasserkörper mit direkter hydraulischer Verbindung zur Alten Donau – und reicht anschließend tief in die miozäne Beckenfüllung. Der Standort liegt zudem in einem Gebiet mit nachgewiesenen Vorkommen trinkbaren Tiefengrundwassers. Der Trennung der Grundwasserstockwerke kam damit besondere Bedeutung zu.

  • Lückenlose Ringraumverpressung über die gesamte Sondenlänge
  • Kontraktorverfahren von unten nach oben, ohne Unterbrechung
  • Hilfsverrohrung im Lockergestein bis in die miozänen Feinsedimente
  • Thermisch verbessertes Verpressmaterial, λ = 2,4–2,5 W/(m·K)
  • Gewässerschonendes Wärmeträgermedium auf Basis Monopropylenglykol
  • Einmessung des Grundwasserspiegels im Zuge der Bohrung

Als planender Brunnenmeister deckt die inGeo GmbH Erkundung, Projektierung und Behördenverfahren aus einer Hand ab. Die frühe Abstimmung mit dem ausführenden Bohrunternehmen ist gerade im Anzeigeverfahren ein wesentlicher Vorteil, weil nachträgliche Korrekturen über behördliche Auflagen nicht möglich sind. Mehr dazu unter Wasserrechtliche Einreichungen & Hydrogeologie →

Kartengrundlage: GeoSphere Austria, „Geologie von Niederösterreich 1:200.000“, Nordteil, © GeoSphere Austria, CC BY 4.0.